Logo des GSI Enzkreis Gemeinnützige Service- und Integrationsgesellschaft Enzkreis GmbH

Stabilisierung und Integration bei der GSI. Bericht unseres sozialpädagogischen Begleiters Günter Lorisika über Patric.

 

Patric sprach in Begleitung seiner Mutter in der zweiten Jahreshälfte 2007 in der GSI vor, um sich für ein Praktikum zu bewerben. Der Kontakt war von der Eingliederungshilfe des Landratsamtes vermittelt worden.
Ziel des Praktikums sollte sein, eine Beurteilungsgrundlage zu bekommen, ob Patric genügend Entwicklungspotential hat, um in ein längerfristiges Arbeitsverhältnis übernommen zu werden.
Der Hoffnung der Mutter, ihren behinderten Sohn in eine sinnvolle Arbeit zu bekommen, stand die Skepsis der zuständigen GSI-Mitarbeitern gegenüber: kaum jemand traute dem sehr übergewichtigen Patric zu, 8 Wochen körperlich anspruchsvolle Arbeit im Baubereich zu verrichten. Patric kam schon beim Treppensteigen ins Schnaufen und ließ zudem kaum einen Funken Selbständigkeit erkennen: seine Mutter regelte so gut wie alles für ihn.
Patric bewährte sich jedoch erstaunlich gut. Er war immer anwesend und erschien auch pünktlich zur Arbeit , was angesichts des langen Anfahrtsweges - er wohnte bei seiner Mutter in Straubenhardt keine Selbstverständlichkeit war ( Im Abschlussgespräch am Ende des Praktikums gestand er aber lächelnd, dass seine Mutter ihm jeden Morgen „die Bettdecke wegzog“, ihn aus dem Bett und auf die Arbeit trieb). Auf der Arbeit angekommen, zeigte Patric sich durchaus motiviert. Zwar war seine Unfähigkeit offenkundig, Arbeitsabläufe – und seien sie auch noch so einfach strukturiert - vorab zu denken und dann eigenständig zu handeln, und seine Arbeitskollegen mussten ihm jeden Handgriff detailliert anweisen – Patric nimm jetzt die Schaufel, Patric mach jetzt dies, mach jetzt jenes – aber er tat das dann auch bereitwillig und in dem Bemühen, seine Sache gut zu machen.
Wegen seines Bemühens und seines offenen Charakters wurde er in die Arbeitsgruppe gut aufgenommen, und er selbst fühlte sich auch wohl.
Auch wenn es nach Abschluss seines Praktikums zu einem festen Arbeitsvertrag kam, war jedem Beteiligten klar, dass es noch ein weiter und steiniger Weg war. Schließlich konnte ihm die Mutter nicht auf ewig morgens die Bettdecke wegziehen, und es zeigte sich bald, dass er sein ihm zur Verfügung stehendes Geld nicht einteilen konnte. Er war oft „blank“, was dann einherging mit mieser Laune und sich auch bei der Arbeit auswirkte. – Der „Rettungsanker“ in finanzieller Not war dann letztendlich natürlich die 

 

 

 

 

Mutter und Patric blieb in seiner für die Mutter zermürbenden Versorgungshaltung befangen. Diese für beide ungute Situation war Thema einiger Gespräche mit Mutter und Sohn.

Am Ende eines beidseitigen Emanzipationsprozesses ist Patric von zu Hause ausgezogen; er zog in eine betreute Wohngemeinschaft und musste lernen, auf eigenen Füssen zu stehen.
Was ihm letztendlich und mit Unterstützung einiger Betreuer gelang.
Heute hat Patric seinen festen Platz in der Arbeitsgruppe der GSI. Er kann mittlerweile viele Arbeiten – die ihm nach Jahren der Arbeit bestens vertraut sind – selbständig ausführen. Rein äußerlich hätte man Schwierigkeiten, den Patric von einst wieder zu erkennen: aus dem übergewichtigen „Fettklops“ ist ein muskulöser „Kerl“ geworden.
Auf dem 1. Arbeitsmarkt hat Patric nach wie vor keine Chance. Er hat nicht die Flexibilität, neue Arbeitsaufgaben – und seien sie auch noch so einfach – selbständig zu bewältigen.
In einem Rahmen mit angemessenem Betreuungsaufwand, wo auf die individuellen Eigenheiten von Patrick eingegangen werden kann, verrichtet er dennoch sehr sinnvolle Arbeit - für sich selbst und auch für die Gesellschaft.

 

Günter Lorisika
Im April 2012

 

Patric ist heute nach wie vor bei der GSI im Fachbereich HOLZ im Einsatz und verrichtet mit Erfolg viele Auftragsarbeiten, die auch von unseren Kunden mit vollster Zufriedenheit anerkannt werden.
Patric wurde und wird betreut und angeleitet von unserem langjährigen Fachbereichsleiter und Schreinermeister H. Bernhard Röhrig.
Ein großer Bestandteil für solche „Erfolgsgeschichten“ bei der GSI sind auch unsere Kunden, wie in diesem Fall die Enzkreiskliniken in Mühlacker, deren technischer Leiter Peter Schinhammer uns immer wieder die Chance gibt, anspruchsvolle Aufgaben auch im Umfeld größerer Projekte anzugehen.

 

GSI = Gemeinnützige Service- und Integrationsgesellschaft Enzkreis mbH
Kontakt: Telef. 07041/9631-0 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 

     

 


GSI ENZKREIS Gemeinnützige Service- und Integrationsgesellschaft Enzkreis mbH

Lienzinger Straße 58 · 75417 Mühlacker · Telefon 07041/9631-0 · Telefax 07041/9631-11 · Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! · www.gsienzkreis.de